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von Thorsten Clemens
10.11.2019
Antrag der SPD im Ortsgemeinderat
Verkehrswende in Hochdorf-Assenheim
Die SPD-Fraktion hat beantragt, dass sich der Gemeinderat von Hochdorf-Assenheim mit dem Thema "Verkehrswende" beschäftigt. Konkret soll es darum gehen, wie der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) verbessert und attraktiver gemacht werden kann.

Die Verkehrswende ist derzeit in aller Munde. Auf allen politischen Ebenen wird darüber diskutiert, wie der Verkehr umweltfreundlicher gestaltet werden, d.h. die Schadstoff- und die Kohlendioxid-Belastung der Umwelt reduziert werden kann. Eines der Konzepte ist, die Verkehrsteilnehmer vom Auto auf den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) umsteigen zu lassen, also auf Busse und Bahnen. Viele Kommunen machen sich dazu schon Gedanken oder arbeiten bereits an Lösungen. Aus Sicht der SPD ist es daher dringend nötig, dass auch die Ortsgemeinde Hochdorf-Assenheim darüber nachdenkt und rechtzeitig Lösungen sucht und wenn nötig Forderungen stellt.

ÖPNV in Hochdorf-Assenheim wenig attraktiv

Hört und sieht man sich heute in Hochdorf-Assenheim um, gewinnt man den Eindruck, dass der ÖPNV zum allergrößten Teil nur von Schülern der weitergehenden Schulen genutzt wird oder von Leuten, die sich kein Auto leisten können oder keinen Führerschein besitzen. Dagegen wer berufstätig ist und außerhalb von Hochdorf-Assenheim arbeitet - und das trifft auf die allermeisten Berufstätigen zu - pendelt mit dem Auto. Nur eine sehr geringe Minderheit benutzt die Busse der Linie 571 und 580 nach Ludwigshafen oder nach Deidesheim, um zur Arbeitsstelle zu kommen. Der sehr hohe Fahrzeugbestand im Rhein-Pfalz-Kreis ist ein Beleg für diese Wahl des Verkehrsmittels. Bei der Erläuterung des Antrages stellte der SPD-Fraktionsvorsitzende in der Ratssitzung die Frage in die Runde, welches Ratsmitglied denn in jüngster Vergangenheit einmal den Bus genutzt hätte. Kein Ratsmitglied zeigte auf.

Grund für diese Situation ist, dass der ÖPNV in Hochdorf-Assenheim wenig attraktiv zu sein scheint. Fragt man Autofahrer nach den Gründen, warum sie mit dem Auto und nicht mit dem Bus fahren, hört man immer dieselben Gründe, die sicher auch für andere Kommunen zutreffen: Der Bus ist zu langsam, zu unflexibel, zu umständlich, die Fahrpreise sind dafür zu hoch. Auch wenn das Auto am Ende teurer als eine Busfahrkarte ist, so sind Autofahrer doch bereit, für eine höhere Flexibilität und eine schnellere Fahrt diese Mehrkosten zu bezahlen. Selbst wenn man im Auto in langen Staus steht, wird das nicht als entscheidender Nachteil gegenüber dem ÖPNV empfunden.

Verkehrschaos durch drohende Brückensperrungen in Ludwigshafen

Aber nicht nur Umweltgründe sprechen gegen das Auto und für den ÖPNV, sondern auch die angekündigten Brückensperrungen in Ludwigshafen, die weitreichende Konsequenzen für die gesamte Umgebung - auch den Rhein-Pfalz-Kreis - nach sich ziehen werden. Eine der beiden Brücken, die Südtangente, ist bereits gesperrt worden, weil sie statisch nicht mehr in Ordnung ist. Die Auswirkungen sind im Berufsverkehr schon heute in Form von Staus bemerkbar. Bald wird in Ludwigshafen auch die Nordtangente gesperrt werden, wodurch ein Verkehrschaos droht, das auch die Buslinien 571 und 580 treffen wird, weil die Busse in demselben Stau stehen wie die Autos. Es sei denn, es gelingt, die Autofahrer in die Busse wechseln zu lassen.

ÖPNV-Planer sollen heutiges Konzept erläutern

Wie kann die Ortsgemeinde Hochdorf-Assenheim dieses komplexe Thema angehen? Hat die Gemeinde überhaupt Einfluss darauf? Sicherlich können die Parteien im Rat Vorschläge machen und Forderungen stellen, wie das alle Parteien im letzten Kommunalwahlkampf gemacht haben. Aber die SPD hat in ihrem Antrag vorgeschlagen, dass zunächst die Verkehrsplaner des Rhein-Pfalz-Kreises und des Verkehrverbundes Rhein-Neckar (VRN) dem Gemeinderat die bestehenden Busverbindungen von und nach Hochdorf-Assenheim erläutern sollen. Wie sieht das derzeitige ÖPNV-Konzept hinter den heutigen Fahrplänen aus? Wo gibt es aus Sicht der Planer Verbesserungen, um die Attraktivität des ÖPNV zu erhöhen? Dazu sollen die Planer im Rat Stellung nehmen. Dazu sollen sie zu einer der nächsten Sitzungen des Rates eingeladen werden.

Keine Verkehrswende ohne Änderungen

Denn eines ist klar: Eine Verkehrswende wird es ohne Änderungen im ÖPNV nicht geben! Der ÖPNV in Hochdorf-Assenheim muss attraktiver werden, damit Autofahrer auf den ÖPNV umsteigen. Diese Diskussion will die SPD mit ihrem Antrag anstoßen. Uns ist dabei bewusst, dass es keine schnellen und einfachen Lösungen geben wird.

Zudem darf Hochdorf-Assenheim in den Diskussionen um die Verkehrswende nicht abgehängt werden, nur weil die Gemeinde am Rand des Rhein-Pfalz-Kreises liegt. Wenn man die Stimme zu spät oder gar nicht erhebt, wird man leicht vergessen und von anderen Kommunen überholt, die größer sind und die lauter und früher rufen. Die im Antrag vorgeschlagene Befragung der ÖPNV-Planer ist daher auch nur der Beginn der notwendigen Diskussion über Verbesserungen im ÖPNV. Der Ortsgemeinderat wird sich in weiteren Sitzungen mit dem Thema ÖPNV beschäftigen müssen. Die SPD wird hier nicht locker lassen.

Der Antrag der SPD wurde vom Ortsgeneinderat in seiner Sitzung am 05.11.2019  einstimmig angenommen.

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