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von Thorsten Clemens
05.10.2019
Kreisel an der Böhler Straße
Schotterberg kommt teilweise weg
Der Ortsgemeinderat von Hochdorf-Assenheim hat in seiner Sitzung am 24.09.2019 beschlossen, die Grünfläche innerhalb des Kreisels an der Böhler Straße zu ändern: Auf den bisher nicht bepflanzten Flächen soll der Schotter entfernt und stattdessen auch dort Stauden gesetzt werden. Die SPD hatte sich schon 2013 gegen die Gestaltung mit Schotter und für eine Widblumenwiese ausgesprochen.

Als die Ortsgemeinde Hochdorf-Assenheim 2013 beschloss, die Gestaltung aller Grünflächen des Straßenverkehrskreisels an der Böhler Straße zu übernehmen, hatte die SPD-Fraktion vorgeschlagen, dort eine Wildblumenwiese anzulegen. Dafür sprachen ökologische Aspekte (Thema: Insekten) als auch wirtschaftliche Aspekte, weil eine Wiese erheblich einfacher und mit weniger Personaleinsatz zu pflegen ist als jede andere Bepflanzung.

Ratsmehrheit lehnte 2013 Wildblumenwiese ab

Die Mehrheit des Rates lehnte 2013 den SPD-Vorschlag ab und beschloss stattdessen, eine geschotterte "Grün"-Fläche mit Sperrfolie zu errichten und mit Stauden zu bepflanzen, die Kreiselinnenfläche als auch die Nebenflächen des Kreisels. Das wiederum lehnte die SPD ab, weil schon damals bekannt war, dass Schottergärten ökologisch ungünstig und teuer sind. Die Schotterflächen lassen das Insekten- und Bodenleben verarmen, nehmen zu wenig Wasser auf, sind klimatisch ungünstig und verunkrauten trotzdem, was bei geschotterten Flächen einen hohen Pflegeaufwand erzeugt. Der Ratsbeschluss wurde umgesetzt und kostete die Gemeinde 30.000 Euro. Dazu kamen ein Paar Jahre später die Kosten für die Pflege, die an eine Gärtnerei vergeben werden musste.

Erste Kommunen verbieten private Schottergärten

Seitdem hat sich außerhalb von Hochdorf-Assenheim zum Thema "Schottergärten" einiges getan. Kommunen und Länder haben zunehmend erkannt, dass Schottergärten ein ökologisches Problem darstellen, und beginnen, dagegen vorzugehen. Es gibt inzwischen Kommunen, in denen per Bebauungsplan die Anlage von privaten Schottergärten verboten ist. Die Konferenz der Landesumweltminister fordert gar ein bundesweites Verbot von Schottergärten.

Einzelne Schotterflächen sollen verschwinden, aber nicht alle

Auch in Hochdorf-Assenheim scheint man zu lernen. Ortsbürgermeister Schmitt schlug in der Ratssitzung vom 24.09.2019 per Antrag vor, dass die Ortsgemeinde Hochdorf-Assenheim als Vorbild für ihre Bürgerinnen und Bürger vorangeht und den Schotter auf dem Kreisel teilweise entfernt und die freiwerdende Fläche bepflanzt. Der Bürgermeister bot sogar an, die Neupflanzungen selbst zu pflegen.

Die SPD hat diesem Vorschlag im Rat zugestimmt, auch wenn diese Maßnahme nur ein einziger Schritt ist, denn der Rest der Kreiselinnenfläche und die Außenflächen bleiben weiterhin geschottert und versiegelt. Aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Auch die ehrenamtliche Pflege durch Bürgermeister Schmitt ist zu begrüßen. Dass hier eine Vorbildfunktion der Gemeinde erfüllt wird, sieht die SPD genauso.

Aber das hätte man von Anfang einfacher, schneller und kostengünstiger haben können, wenn man 2013 dem Vorschlag der SPD gefolgt wäre und im Kreisel eine Wildblumenwiese angelegt hätte. Dann hätte man wesentlich weniger als 30.000 Euro ausgeben müssen und hätte zudem manche Pflegekosten gespart. Von einer besseren Ökobilanz ganz zu schweigen. Weitere Schritte zur "Entschotterung" der Ortsgemeinde müssen folgen.

Der Vorschlag wurde vom Rat einstimmig angenommen.

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Der Schotterberg auf der Kreiselinnenfläche an der Böhler Straße
(Foto: Thorsten Clemens)